Gitti’s Gartentipp September 2019

Kennen sie die Drachenweide ( Salix sachalinensis `Sekka`)?

Mit ihren verdrehten und verwachsenen Ästen ist sie für Dekozwecke besonders gut geeignet. Ich mag sie, weil sie unkompliziert ist, auch auf relativ trockenen Böden wächst und der vielblütigen Rose als Klettergerüst dient.

Die eigenartigen Verwachsungen nennt man Verbänderung oder Faszination. Durch den Befall mit Viren oder speziellen Pflanzenbakterien können Pilze, Strahlungen, Milben oder Chemikalien in die Pflanzen eindringen und diese Veränderungen auch an Blüten Wurzeln oder Blättern verursachen. Es können aber auch ganz spontane Mutationen, also eine „Laune der Natur“, sein.

Gut beobachten kann man Verbänderungen auch an Löwenzahn, verschiedenen Kakteen oder Celosien. Manche dieser Pflanzen werden vom Gärtner bewusst kultiviert. Der deutsche Name Kammcelosie deutet auf die Verbänderung hin. Im botanischen erkennt der Gärtner verbänderte Pflanzen an dem Artnamen cristata, was kammtragend bedeutet.

Es gibt sogar eine Kastanie mit dem Namen Monstrosa, die extreme Verwachsungen hat. Bei mir neigt Veronicastrum virginicum, der Kandelaberehrenpreis, besonders die Sorte Lavendelturm zu Verbänderungen.

Das Ganze ist faszinierend zu beobachten, daher auch der offizielle Begriff Faszination. Den Bienen ist es übrigens egal, sie fliegen auch auf verbänderte Blüten.

Ein Weihenstephaner Professor riet mir, diese Verwachsungen abzuschneiden und zu vernichten. Und in der Regel mache ich das auch, weil ich nicht will, dass mein Garten nur noch aus diesen Anomalien besteht. Aber ein paar Äste der Drachenweide brauche ich jedes Jahr für den Osterstrauch.

Servus eure
Gitti

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