Januar 2026

Willkommen im Neuen Jahr. Ich hoffe ihr habt alle Silvesterpartys gut überstanden, muss man sich dort doch oft übermäßig viel bewegen. Umrühren im Fonduetopf, zahlreiche Sektgläser an die Lippen heben und im schlimmsten Fall den Abend mit Tango oder Walzer verbringen. Da haben es die Bäume doch gut, sie werden eingepflanzt und stehen dann einfach ihr ganzes Leben nur rum.

Denkste! Wir sehen unsere Pflanzen oft als starre, lediglich durch den Wind bewegte Gartenbewohner. Aber auch Pflanzen bewegen sich, wenn auch nicht in dem Maße wie wir Menschen. Für ihre Bewegungen, die durch Reize ausgelöst werden, gibt es sogar eigene Namen.

Nastien sind Bewegungen, die jeder von uns schon mal bewusst wahrgenommen hat. Damit sind zum Beispiel das Öffnen und Schließen von Blüten gemeint, die durch Licht bzw. Dunkelheit oder Temperaturschwankungen ausgelöst werden. Normalerweise öffnen sich die Blüten, wenn das Licht oder die Temperatur zunimmt, es gibt aber auch Pflanzen, die ihre Blüten bei zunehmender Dunkelheit öffnen, wie die Nachtkerze.

Eine andere Nastie ist das Zusammenklappen der Blätter bei Mimosen, bei Erschütterungen oder Berühren derselben falten sie sich zusammen. Damit schützen sie sich wahrscheinlich vor Fraßfeinden.

Auch das Schließen der Blätter bei Sonnentau oder Venusfliegenfalle, um etwa eine Fliege festzuhalten und zu verdauen, ist eine Nastie. Sie wird aber weniger durch den Berührungsreiz des Insekts ausgelöst als durch chemische Reize, die vom „Opfer“ ausgehen. Deshalb kann man diese Bewegung auch nicht durch einen Fingerstups auslösen. Unsere „Chemie“ sagt der Venusfliegenfalle, dass wir nicht die gewohnte Beute sind. Und auch das Einrollen der Rhododendronblätter im Winter, um die Verdunstung zu reduzieren, wird von den Pflanzen aktiv ausgeführt und ist eine Nastie.

Tropismen sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen, da es sich mehr oder weniger um Wachstumsbewegungen handelt. Die Pflanze wächst zumeist in Richtung Licht oder senkrecht zum Erdmittelpunkt. Letzteres kann eine Pflanze auch im Alter noch korrigieren.

n meiner Grundstücksgrenze wuchsen mehrere Ahornsämlinge von den ebenfalls dort stehenden Fichten weg, um der Konkurrenz um Licht zu entkommen. Als die Fichten dem Borkenkäfer zum Opfer fielen, dachten wir auch die Ahornbäumchen müssten gefällt werden, da sie fast schon über die Straße ragten. Aber sie richteten sich im Laufe der Zeit auf.

Dazu entstanden Risse auf der schrägen Seite auf der anderen Seite wuchsen zusätzliche Äste, als ob sie sich am eigenen Schopf in die Gerade ziehen würden. Das hat etwa 10 Jahre gedauert. Mittlerweile stehen sie fast „gerade“. Alles in Allem sehr beeindruckend.

Bei den Taxien handelt es sich um Bewegungen, die zwar von Pflanzenzellen ausgeführt werden, aber diese sind noch nicht fest an einen Ort gebunden, wie zum Beispiel die Wanderung männlicher Keimzellen von Farnen und Moosen, die durch chemische Reize zu den weiblichen Eizellen wandern.

Servus  

eure   Gitti    

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