Gitti’s Gartentipps


In diesem Blog gibt unsere Vorsitzenden
Brigitte Murla Gartentipps.

Gitti’s Gartentipp Februar 2019

Schnitt oder Nichtschnitt, das ist hier die Frage.

Im Februar sind in der Regel die tiefen Frostperioden am Abklingen. Und die Gartler beginnen aus dem Winterschlaf zu erwachen. Und damit rückt der Obstbaumschnitt näher- oder nicht. In den letzten 20 Jahren sind viele Obstgärtner dazu übergegangen einen Sommerschnitt an ihren Bäumen durchzuführen.

Der richtige Zeitpunkt? Mitte – Ende Juni, wenn das Jahreswachstum abgeschlossen ist.

Der Grund? Nicht nur angenehmere Temperaturen, nein natürlich nicht. Man hat festgestellt, dass das Wachstum der Bäume durch einen Schnitt im Sommer beruhigt wird. Was versteht man darunter? Wer im Februar oder März seine Obstgehölze stark schneidet wird mit starkem Wachstum rechnen müssen auf Kosten der Fruchtbarkeit. Der Baum wird viele Wasserschosser bilden und wenig Kraft für die Blüten haben.

Ich stelle mir das immer so vor: Im Herbst zieht der Baum die Nährstoffe aus den Blättern und speichert sie in seinen Wurzeln. Hat unser Baum 500 Blätter, und wir schneiden so viele Äste ab, dass im Frühjahr der Platz für 100 Blätter fehlt, weiß der Baum nicht wohin mit der gespeicherten Energie für die 100 Blätter. Also schnell Äste bilden für die 100 Blätter. Die Folge , Wasserschosser. Schneiden wir aber im Sommer die Äste mit den 100 Blättern, wird diese Energie nicht im Herbst gespeichert. Der Baum neigt also im Frühjahr nicht zu übermäßigem Wachstum. Gleichzeitig kann man beim Sommerschnitt den zu dichten Fruchtbehang etwas ausdünnen.

Das ist natürlich eine sehr vereinfachte Darstellung, aber sie hat mir bei meinen Lehrlingen immer geholfen, um das Prinzip des Sommerschnitts zu erklären. Im Übrigen gilt auch beim Obstbaumschnitt „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Und die alten Hasen unter den Obstbaumschneidern werden sicher bei ihren bewährten Methoden bleiben. Wir ( in der Regel mein Mann ) haben mit dem Sommerschnitt gute Erfahrungen gemacht.

Servus eure
Gitti

PS:
Der Kreisverband bietet Sommer- und Winterkurse für Obstschnitt an. Termine finden Sie auf der Homepage unter Veranstaltungen/Termine.

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Gitti’s Gartentipp Januar 2019

Die Rubrik Gitti`s Gartentipps gerade im Januar zu beginnen, und noch dazu bei den diesjährigen Schnee- und Wetterverhältnissen, ist schon ein bisserl schwierig. Was gibt man dem Gartler für Tipps bei 20 – 30 cm Schnee?
Ist doch die Haupttätigkeit der Gärtner im Winter das Kanapee zu hüten und allenfalls Kataloge für Neuanschaffungen zu wälzen.
Aber gerade bei diesen Neuanschaffungen sollte man vielleicht einmal schaun, ob im Garten nicht ein Platzerl für einen ganz besonderen Strauch zu finden ist:

Der Duft- oder Winterschneeball = Viburnum x bodnatense

 

Der Duftschneeball ist ein Hybride, der in Großbritannien gezüchtet wurde. Ursprünglich kommt er aus Nordchina. Der Strauch ist auch bei uns gut frostverträglich, nur seine Blüten, die witterungsbedingt schon im November und Dezember erscheinen, können bei längeren tiefen Frostperioden erfrieren. Bei unseren momentanen Temperaturen, haben die kleinen, in schirmartigen Rispen zusammenstehenden, rosa oder weißen Blüten kein Problem. Die Hauptblüte findet dann an warmen Tagen den ganzen Januar bis März/April statt.

Früchte werden sehr selten ausgebildet. Laut Baumschulinfo soll der Duftschneeball Ausläufer machen. Das konnte ich in über 10 Jahren Standzeit bei mir im Garten nicht beobachten. Nach der Blüte muss man eventuell dürre Zweige entfernen, besonders nach trockenen Sommern. Auch der restliche Schnitt erfolgt nach der Blüte. Der etwa 2,50 m hoch werdende Strauch ist sehr schnittverträglich. Wer aber zu viel schneidet wird kaum Blüten bekommen.
Die Äste kann man gerne wie Barbarazweige in die Wohnung stellen, wenn man denn den äußerst intensiven Duft ertragen kann.

Welche Insekten genau den Duftschneeball besuchen, habe ich noch nicht beobachtet, aber es gibt sicher einige Nektargäste, die auch zu dieser ungewöhnlichen Blütezeit unterwegs sind.

Servus eure
Gitti

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