Archiv der Kategorie: Gitti’s Gartentipps


In diesem Blog gibt unsere Vorsitzende
Brigitte Murla Gartentipps.

Gitti’s Gartentipp Januar 2022

Ein „Gutes Neues Jahr“ wünsch ich euch. Noch liegt es vor uns, sauber und neu wie frisch gefallener Schnee. Tja Schnee. Wo bleibt er nur. Ich liebe es, wenn die Natur so ordentlich von einer weißen Flockendecke verhüllt ist. Kein mahnender Löwenzahn, der ausgerissen werden möchte, keine vergessenen Laubblätter auf den Rasenflächen und die übrig gelassenen Rosenknospen mit Schneemützchen bedeckt, so dass sie auch in diesem Zustand ein Schmuck für den Garten sind.

Gnädig sind sie diese Schneeteppiche, entbinden sie doch uns Gartler im Garten rum zu werkeln. Ein klarer Hinweis auf: PAUSE

Und noch einen Vorteil hat die weiße Pracht, man muss Gärten, die ihren Namen nicht verdienen, nicht mehr anschauen…. Kiesgärten!!!

Vermeintlich pflegeleicht, schütten sogenannte Gartlerkollegen große Flächen in ihren Gärten mit Kies zu. Eine mehr oder weniger dichte Folie/Vlies hindert die aufgehäuften Kiesel und jeglichen Art von Schotter daran, vor Scham im Boden zu versinken. Schade um die Flächen, die mit einer extensiven Blumenwiese oder Staudenbepflanzung von großem ökologischen Nutzen sein könnten. Ist bestimmt weniger Arbeit als diese Schotterflächen.

Es hilft nur Aufklärung und mit gutem Beispiel vorangehen.

Und wenn ihr mal einen besonders grauenhaften Garten seht, dann wendet euch mit einem Bild an Ulf Soltau. Der sammelt diese Bilder. Ursprünglich über Facebook verbreitete er Bilder von Gärten des Grauens. Inzwischen hat er drei Bücher herausgegeben und versieht Bilder, die ihm zugeschickt werden mit verrückten Kommentaren. Man kann die Sache auch mit Humor nehmen.

Ich verschenke solche Bücher gerne an gefährdete Personen oder lasse sie wie „zufällig“ bei mir im Haus herumliegen, wenn Besuch kommt.

In diesem Sinne wünsche ich euch ein gutes 2022. Bin gespannt was es uns bringt. Ostern wahrscheinlich Schnee, da wir Weihnachten keinen hatten. Aber das hindert uns Gärtner nicht unsere Träume umzusetzen.

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp Dezember 2021

Wo waren wir stehen geblieben?…. Ach ja bei Abies procera `Glauca`. Warum hat die Silber- oder auch Edeltanne jetzt 3 Namen?

Der dritte Namen bezeichnet die Sorte oder Cultivar. Das heißt, dass es von der Silbertanne noch eine Sorte gibt, bei der in diesem Fall die silbrig blaugraue Nadelfarbe besonders gut ausgeprägt ist. Man könnte das mit einer menschlichen Familie, z.B. den Müllers vergleichen: Gattung Mensch, Art Müller, Sorte `Anton`, `Karin` und vielleicht noch einen `Michael`. Der Sortenname wird immer groß und mit Anführungszeichen oben geschrieben.

Und wer bestimmt jetzt diese Namen? Linne hat damals ja nicht alle Pflanzen der Welt gekannt. Botaniker, Wissenschaftler, Pflanzensammler und Abenteurer durchstreiften den Erdball und entdeckten gewollt oder auch zufällig neue Pflanzen. Auch heute noch werden laufend neue Pflanzen entdeckt oder gezüchtet. Die Entdecker oder Züchter der jeweiligen Pflanze dürfen dann der entdeckten oder gezüchteten Pflanze einen Namen geben.

Wer eine Pflanze entdeckt, beschreibt, zeichnet und presst ein Exemplar und schickt sie zum Beispiel an eine wissenschaftliche Zeitung zur Veröffentlichung. Früher übernahmen das Universitäten oder auch botanische Institute. Als Anerkennung darf der Entdecker an den Pflanzennamen ein Kürzel anhängen, das ihn als Erstbeschreiber ausweist und die Jahreszahl der Erstbeschreibung.

Zum Beispiel die Christrose:  Helleborus niger L.1753

Die Christ- oder Schneerose wurde von Carl von Linne im Jahr 1753  Helleborus niger genannt. Dabei hat er mit dem Wortteil Helle vom griechischen hellein = töten und bora = Speise die Giftigkeit der Christrosen betont. Oder er wollte auf das lateinische (h)elleborosus hinweisen, das soviel wie verrückt bedeutet. Die Nieswurz (noch ein deutscher Name für die Christrose) wurde im Altertum als Medikament für Geisteskranke verwendet. Es war eine psychiatrische Behandlungsmethode Niesen, Erbrechen oder Durchfall mit Hilfe der Nieswurz auszulösen.  Was die giftige Pflanze zur Genüge erfüllte. Der Artname niger beschreibt die schwarzen Rhizome und soll vielleicht zusätzlich vor der tödlichen Giftigkeit warnen.

Ganz schön spannend was in 2 botanischen Namen für Geschichten enthalten sein können. Findet ihr nicht auch.

Gut, dass in unserer Zeit die Blüten der Christrose, mit ihrem wunderschönen, unschuldigen Weiß und der ungewöhnlichen Blütezeit mitten im Winter, ein Symbol für die Geburt eines unschuldigen Kindes, unseres Erlösers Jesus Christus sind.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern und Gartlern eine friedvolle Weihnachtszeit und hoffe dass wir uns im Neuen Jahr gesund wiedersehen.

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp November 2021

Liquidambar styraciflua oder noch besser Metasequoia glyptostroboides.

Nein – das sind keine Zaubersprüche aus Harry Potter. Hier handelt es sich um die botanischen Namen vom Amberbaum und dem Urweltmammutbaum. Und da sind wir schon mittendrin im Thema. Bitte nie und unter keinen Umständen von lateinischen Namen sprechen. Es stimmt, viele Namen haben ihren Ursprung im lateinischen, aber wir Gärtner sprechen hier von botanischen Namen.

Ein Beispiel, der Feldahorn = Acer campestre 

 Beide Namen stammen aus dem lateinischen. Acer heißt übersetzt Ahorn und campestre auf dem Feld wachsend. Es gibt aber auch Namen, die aus dem Griechischen stammen.

Eine nette Mischung ist der Winterling = Eranthis hyemalis. Aus dem griechischen kommt die Vorsilbe Er. Sie bedeutet Frühling, anthos kommt ebenfalls aus dem griechischen und heißt Blume und hyemalis kommt aus dem lateinischen und heißt winterlich. Also eine winterliche Frühlingsblume oder besser eine Blume die zwischen Spätwinter und Frühling erscheint.

Und wer denkt sich sowas aus???

Der Herr hieß Carl Nilsson Linnaeus und lebte in Schweden. 20 Jahre schrieb er an seiner Species plantarum (lat. = Pflanzenarten). Darin wollte er alle bekannten Pflanzenarten beschreiben. Und zwar „nur“ mit 2 Namen. Das sollte genügen meinte er. Einen Gattungsnamen (immer großgeschrieben) und einem Artnamen (immer klein geschrieben). Siehe oben: Acer campestre. Acer ist der Gattungsname und campestre ist der Artname. Und weil es damals üblich war, dass gebildete Leute nicht nur ihre Muttersprache sprachen, sondern auch noch Latein oder Griechisch und vielleicht noch Französisch, verfasste er sein Werk in Latein. Im Jahr 1753 wurde sein Werk veröffentlich und weil er noch einige kluge Bücher geschrieben hat und zum Beispiel auch Professor an der Universität von Uppsala war, bekam er vom schwedischen König ein „von“ für seinen Namen und durfte sich fortan Carl von Linne nennen. Geboren war die Binäre Nomenklatur.

Na, und für was ist sie jetzt gut diese Binäre Nomenklatur? Außer dass sich Generationen von GärtnerAZUBIs damit rumschlagen müssen.

Erstmal wurde dadurch ein großes Durcheinander sortiert, da viele Botaniker die Pflanzen so beschrieben wie sie das für gut befanden und da gab es für ein und dieselbe Pflanze oft mehrere Namen.

Bei Wikipedia findet man für den Acer campestre 124 Namen. Und das sind nur die deutschsprachigen. Das ist nicht weiter wichtig, aber wenn ich eine bestimmte Pflanze erwerben möchte, dann bekomme ich mit dem botanischen Namen genau das was ich möchte. Der Feldahorn wird zum Beispiel, laut Wikipedia, auch als Erle oder Bergahorn bezeichnet und das sind ja andere Bäume.

Viele große Baumschulen, mit denen wir Landschaftsgärtner zusammenarbeiten, haben ihre Produktionsflächen in Norddeutschland und da gibt es ja schon grundsätzlich eine Sprachbarriere…. aber botanisch, da verstehen wir uns perfekt.

Bei einem Urlaub in Frankreich habe ich ein Arboretum (lat. = Baumsammlung) besucht. Ich habe mich wie daheim gefühlt, da alle Namen botanisch angegeben waren. Ich war rundum begeistert. Ein Gärtner kann sich auf der ganzen Welt mit einem anderen Gärtner „unterhalten“, wenn es nur um Pflanzen geht.

Ja und last but not least ( engl. = nicht zuletzt) genießen wir Gärtner es auch ein bisschen mit den botanischen Namen um uns zu werfen, wenn wir sie denn endlich erlernt haben.

In diesem Sinne werde ich dann mal Abies procera `Glauca‘ schneiden gehen. Für den Adventskranz. Moment mal!  Doch noch ein dritter Name? Was bedeutet denn dieses   `Glauca‘???   Ja, dazu komm ich das nächste Mal.

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp Oktober 2021

Nun ist er wieder da, der Herbst, wie immer zu früh, aber unaufhaltsam.

Zum Trost gibt es noch den goldenen Oktober, der mit allem an Farben protzt, denen er habhaft werden kann. Maisgelb leuchten die Blätter des Spitzahorns und auch die Eschen leuchten mit den goldgelben Sonnenstrahlen um die Wette.

Am schönsten färben sich die Blätter, wenn es nachts kalt und tagsüber schön warm ist. Diesem Klima verdanken wir den Indian Summer (Altweibersommer, Nachsommer), der weltweit im Herbst Touristen in die nordöstlichen USA und Kanada strömen lässt. Besonders der Zuckerahorn (Acer sacharinum) und die amerikanische Spitzeiche (Quercus rubra) leuchten um die Wette. Zuckerahorn und Spitzeiche brauchen wie der seit einiger Zeit so beliebte Amberbaum (Liquidambar styraciflua) etwas sauren Boden um gut zu färben.

Aber unser deutscher Altweibersommer braucht sich da nicht zu verstecken, Pfaffenhütchen strahlen mit feuerwehrroten Blättern. Besonders Euonymus alatus (Korkflügel-Spindelstrauch aus Japan und China) hat eine ausgeprägte  fast schon pinke Färbung, wie auch einige der japanischen Fächerahorne und die Felsenbirnen(Amelanchier).

Die Zaubernüsse und Berberitzen können sich nicht recht entscheiden. Es gibt gelb-, rot- und orangefärbende Exemplare. Aber nicht nur Sträucher, auch Stauden beteiligen sich an dem herbstlichen Farbenfeuerwerk: Viele Geranium-Sorten (Storchschnabel) oder die Schlangenknöteriche (Bistorta amplexicaule) zaubern noch farbige Akzente in den Garten, bevor die Nachtfröste alles dahinraffen.

Grund für das Farbenspiel ist der Rückzug und das Einlagern des wertvollen grünen Farbstoffes (Chlorophyll) aus den Blättern in die Wurzeln der Pflanze. Übrig bleiben die roten und gelben Farbstoffe.

Nun lasst uns die goldenen Tage genießen, bevor die Herbststürme alles zu Boden wirbeln.

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp September 2021

Kürzlich bin ich auf einen Baumkönig gestoßen. Keine Angst das ist kein aus fernen Ländern eingeschleppter Schädling oder unbekannter Speisepilz. Ich habe ihn im Internet gefunden. Auf der Suche nach dem Baum des Jahres, der Stechpalme oder botanisch Ilex aquifolium.

Trotz seines exotischen Aussehens ist der immergrüne Ilex durch und durch heimisch. Er wuchs früher in Laubmischwäldern. Die Gehölze können bis zu 300 Jahre alt werden und in Ausnahmefällen auch fast 15 Meter hoch. Sie lassen sich aber auch in Formen und zur Hecke trimmen und das anfallende Schnittgut wird gerne für weihnachtliche Dekorationen verwendet, da die ledrig dunkelgrünen Blätter lange haltbar sind.

Besonders beliebt ist der rote Fruchtschmuck, der aber wie der Rest der Pflanze leicht giftig ist. Bachblütenverwender kennen die Pflanze unter dem Namen Holly.

Die Blätter sind am Rand mit Stacheln versehen, die vor Tierfraß schützen sollen. Deshalb haben Blätter, die weiter oben wachsen kaum noch Stacheln. Es gibt aber auch Sorten, die ganz glatte Blattränder und weiß- oder gelbbunte Zeichnungen haben.

Das grünliche Holz wurde gerne für Intarsien verwendet. Es gibt noch einen Spazierstock von Johann Wolfgang von Goethe aus Ilex oder Hülse, wie er in Norddeutschland genannt wird. Goethe hat auch die Verwendung von Stechpalmen als Ersatz für echte Palmwedel bei Kirchenzügen am Palmsonntag beschrieben.

Für mich als Gärtner ist der Ilex eine robuste, genügsame Pflanze, die mit schattigen und vom Wurzeldruck anderer Bäume beherrschten Standorten zufrieden ist.

Ach und noch ein Wort zum Baumkönig. Der junge Mann, Student in Weihenstephan, ist Botschafter des Kuratoriums, das den Baum des Jahres kürt. Die Entscheidung für einen Mann wurde getroffen ,um einen  Ausgleich zu den ganzen Apfelköniginnen, Honigprinzessinnen und sonstigen weiblichen Hoheiten zu schaffen.    

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp August 2021

Hilfe mein Ahorn hat Ausschlag. Fast alle Blätter sind übersät mit roten kleinen Ausstülpungen. Besorgt fragen mich die Besitzer um was es sich dabei handelt.

Die Auflösung ist: Gallmilben. Winzig kleine Lebewesen (0,1 bis 0,5 mm groß) , die weder ein Herz- noch ein Kreislaufsystem besitzen. Sie gehören zu den Spinnentieren, haben aber nur zwei, statt 4 Beinpaare. Und sie ernähren sich, indem sie Pflanzenzellen aussaugen. Dadurch entstehen die pockenartigen Ausstülpungen.

Viele Arten befallen meist nur eine bestimmte Pflanze, wie die Birnenpockenmilbe oder die Rebenpockenmilbe. Übertragen werden sie durch den Wind.Bei diversen Laub- und Nadelgehölzen ist der Befall unproblematisch. Unsere Silberahorne sind alle befallen, es wirkt sich aber nicht sonderlich negativ auf ihr Dasein aus. Die Pocken und eventuell deformierten Blätter sind lediglich ein Schönheitsmakel.

Anders sieht es zum Beispiel bei Brombeeren aus. Das Schadbild ist wohl den meisten von uns bekannt: bei den reifen schwarzen Früchten sind immer ein paar Einzelbeeren noch rot. Das kann sogar zu einem kompletten Ernteausfall führen.

Hier hilft es, beim Kauf bereits auf gallmilbenresistente Sorten zu achten.

Im Frühjahr kann man Knospen und junge Blätter, bei denen schon ein Befall erkennbar ist, entfernen. Das reduziert die Weiterverbreitung schon einmal. Immer alle Fruchtmumien aufsammeln und alle befallenen Pflanzenteile über den Hausmüll entsorgen. Brühen aus Brennnessel- oder Rainfarnblätter auf den erkrankten Pflanzen ausbringen, kann auch helfen. Stark befallene Gehölze können im zeitigen Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden. Dabei entfernt man viele Milben, da sie in den äußeren Knospen der Zweige überwintern.

Grundsätzlich gilt Boden Mulchen regelmäßig feucht halten und ausgewogen Düngen. Das stärkt die Eigenabwehr der Pflanzen. Und am Silberahorn…….dürfen sie fröhlich ihre kleinen Gallen erzeugen.

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp Juli 2021

Diese Ausgabe des Gartentipps beschäftigt sich mit dem Beitrag des Kreisverbandes anlässlich der Landesgartenschau in Ingolstadt.

Die Selbstversorgung aus dem eigenen Garten ist wieder gefragt. Nicht nur Gemüse und Obst, auch Kräuter interessieren die Hobbygärtner in zunehmenden Maß. Da liegt es nahe, Gehölze vorzustellen, die sowohl für den Garten als auch für die freie Landschaft geeignet sind, und dazu noch Früchte tragen, die sehr gut verwertet werden können. Wildobst ist vielseitig, unkompliziert und ökologisch wertvoll.

Seit Jahren stellt Leni Humplmair, die lange Jahre im Bezirks- und Kreisverband und im Gartenbauverein Neuching engagiert war, jeden Herbst kiloweise Kornelkirschmarmelade her.

Die heimische Pflanze blüht zeitig im März bis April und stellt so für nektarliebende Insekten eine frühe Nahrungsquelle dar. Im Herbst tragen die Herlitze oder Dirndl, wie sie in Österreich genannt wird, rote Früchte, die durch den hohen Oxalsäureanteil sehr hantig, also herb oder bitter schmecken.

Erst durch Kochen und mühevolles Durchpassieren durch ein Magrananudelsieb,, das ist ein besonders feinmaschiges Sieb, wird in Verbindung mit Gelierzucker eine sehr pikante Marmelade daraus. Am besten verwendet man diese in süßen Weihnachtsplätzchen, sahnigen Biskuitrouladen oder als Beilage zu Rind oder Wild.

Die Kornelkirsche (Ccornus mas) ist nur ein Beispiel für sogenanntes Wildobst. Im Kreisverband Erding gibt es viele Feinschmecker, die Marmelade aus allem herstellen, was so rund ums Haus wächst. Ist der Garten zu klein, könnte man auch sagen ab in die Hecken und an die Waldränder. Man sollte allerdings vorm Sammeln die Eigentumsverhältnisse klären und möglichst abseits von großen Straßen sammeln. Dann ist der Phantasie allerdings kaum Grenzen zu setzen.

Ob Ebereschen, Hagebutten, Sanddorn, Holunder, Mahonien, Mispeln, blaue Heckenkirsche und und und….

Die Liste ist lang und bei den meisten dieser Früchte glauben viele Menschen, dass diese giftig sind. Wie zum Beispiel die Eberesche. Dabei sind sie nur roh, sowie auch der Holunder, ungenießbar. Durch die Verarbeitung vieler Wildobstfrüchte kann man neben Marmeladen und Gelees, Kompotte oder Liköre herstellen. Manche Früchte kann man trocknen und dem Müsli beimischen.

Zurück zu Eberesche und Schlehen. Vor der Verarbeitung sollten die Früchte Frost ausgesetzt werden, damit die Gerb- und Bitterstoffe, die die Früchte ungenießbar machen, abgebaut werden. Das kann auch in der Gefriertruhe stattfinden. Wenn man auf den Frost wartet, kann es sein, dass die Vogelwelt bereits vor der Frostphase geerntet hat.

Viele dieser Inhaltsstoffe, die die Früchte so säuerlich bzw. bitter machen, sind gut für unsere Verdauung und sollten nicht gänzlich von unserem Speiseplan gestrichen werden. Das macht die Erzeugnisse aus Wildobst so besonders wertvoll und ist nicht nur als Marotte von Krautgartlern und Alternativen zu sehen.

Und wer weiß schon, dass man mit Kastanien Wäsche waschen kann. Zugegebenermaßen kein „Obst“, aber so eng sind die Grenzen beim Kreisverband Erding nicht gesteckt.

Viele dieser Informationen, Geheimnisse und Tipps möchte der Kreisverband Erding an die Besucher der Landesgartenschau weitergeben, um die Lust am Experimentieren zu wecken und zu ermutigen Neues auszuprobieren. Wenn es die Corona Regeln erlauben, werden so Köstlichkeiten wie Holunderblütengelee, Felsenbirnenmarmelade, Kornelkirschlikör und vieles mehr zur Verköstigung angeboten. Auf alle Fälle werden Rezepte und Ratschläge geteilt.

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp Juni 2021

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Wir freuen uns auf ihre aussagekräftige Bewerbung und stellen alle ein.

Bis auf besagte Zünsler!

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp Mai 2021

Corona bedingt!

Wem hängt dieses Wort nicht schon zum Halse raus. Und erst die Folgen, die dadurch entstehen. Jetzt wurde bei einem benachbarten Gartenbauverein der Pflanzentausch abgesagt, das bedeutet, dass die überzähligen Pflanzen in meinem Garten übrig bleiben. Gerne teile ich meine Pflanzen, wenn sie sich genügend ausgebreitet haben mit Gartlerkollegen. Und das geht halt sehr gut bei den Pflanzenbörsen unserer Vereine.

Nun liegt ein großes Stück Kerzenknöterich, der einer neuen Taglilie Platz gemacht hat, rum und wartet auf einen neuen Besitzer. Zum Glück fiel mir ein, dass ich immer mal wieder ein Mitbringsel brauche, wenn ich zum Kaffee oder Grillen eingeladen bin.

Der Knöterich wird also in kleine Stücke geteilt, die ich dann in gebrauchte Pflanztöpfe einpflanze. Dann werden die Töpfe bis zum Rand in einer stillen Gartenecke oder einem freien Platz in einem der Blumenbeete eingegraben. Dadurch muss man sie nur an sehr trockenen Tagen hin und wieder gießen.

Ja und wenn ich dann ein kleines Geschenk brauche, einfach ausgraben und Topf säubern und eventuell in einer hübschen Serviette verpacken. Am besten natürlich wenn die Pflanze blüht.

Das Gleiche mache ich schon seit Langem mit Pfingstrosen. Wenn ich einen alten Stock teile, fallen immer kleine Rhizome an, die oft nur ein Auge haben. Die Töpfe warten dann bisweilen einige Jahre bis sich die erste Blüte zeigt. Aber dann freut sich ein neuer Besitzer darüber.

Ich fülle auch Töpfe mit Mutterboden grabe sie unter Sträuchern ein und streue dann die Samen von Winterlingen, die meine Mama immer erntet, darüber und warte. Es dauert etwa 5 Jahre, bis die Samen zu blühwilligen Pflänzchen heranwachsen und es zum nächsten Kaffeekränzchen schaffen.

Übrigens verschenke ich diese Töpfchen auch gerne ohne zu einem Grillabend eingeladen zu werden. Corona bedingt!

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp April 2021

Was macht der Gartler bei schönem Wetter im April???

Stauden und Gräser schneiden? Im Februar gemacht. Starenhäusl säubern, auch schon passiert. Verpflanzungsarbeiten… im März erledigt. Dank Klimaerwärmung bin ich mit den meisten Arbeiten jetzt schon durch.

Besonders Stauden und Sträucher muss ich zeitig im März umpflanzen, sobald der Boden frostfrei ist. Zu Beginn meiner Gartler Laufbahn war der April der arbeitsreichste Monat. Bis Mitte Ende März lag Schnee und erst danach begann ich die Beete abzuräumen. Stauden verpflanzen war im April ein Kinderspiel, weil das launische Wetter immer mit reichlich Wassergaben zur Stelle war. Jetzt ist der April vor allem zu trocken. Was ich im März nicht geschafft habe, da warte ich lieber auf ein paar nasse Maitage.

Also was mache ich in den meist zu warmen und zu trockenen Aprilwochen. Ich schnappe mir mein Kniekissen und führe den zweiten Pflegegang durch. Erde lockern, alte Blätter von Eiche oder Buche in ein Garteneck verfrachten, wo sie lange vor sich hinrotten können. Gerne unter die Rhododendren oder Hortensien, die mögen es auch ein bisserl sauer. Sehr trockene Blätter zerbrösle ich mit der Hand und lasse sie auf den Beeten.

Und dann werden noch Baumsämlinge, die ich beim Zurückschneiden der Stauden im Februar und März übersehen habe, ausgerupft. Solange sie noch keine Blätter haben, geht das vergleichsweise leicht.

Tja und wenn mir die Knie anfangen weh zu tun, dann wird aus dem Knie- ein Sitzkissen und ich schau und hör mich im Garten um. Ich bewundere die dicken Hummeln, die geschäftig durch die Narzissenstängel brummeln und sehe den Bienen vom Nachbarn zu, die sich in die Primelkelche quetschen.

Und dann hör ich den Tauben bei ihrem zärtlich verliebten Schuhu zu, während die Amsel schon lauter streiten wie die LKW auf der Bundesstraße. Und wenn man in einer ruhigen Minute ganz aufmerksam ist, kann man den dicken Regenwurm Max dabei zuhören, wie er die alten Pflanzenreste ächzend in sein Reich zieht, und so den Humusgehalt erhöht. Heute mal kein Bild, sondern der Tipp raus in Garten und zuhören.

Servus eure
Gitti