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Gitti’s Gartentipp April 2019

Gelb, gelb, gelb sind alle meine Kleider, gelb, gelb, gelb ist …..
Mit aller Macht versucht sich der Frühling durchzusetzen und überfällt uns mit einer Lawine gelber Blüten. Ob Zaubernuss, Krokus, Narzissen, Weiden oder Kornelkirschen, mit ein paar wenigen Ausnahmen blüht es gelb an allen Ecken und Enden. Allen voran die pompöse Forsythie. Mal mehr, mal weniger von Heckenscheren verstümmelt.
Man liebt sie (Hobbygärtner und früher auch Gartenplaner) oder verabscheut sie (Insektenfans und Naturgartenbesitzer). Dazwischen gibt es nicht viel.
Aber warum ist die Forsythie bei Insektenfreunden so unbeliebt?
Es gibt etwa 13-14 verschiedene Arten. Unsere Forsythien sind meist Kreuzungen aus Forsythia suspensa und Forsythia viridissima. Wenn man verschiedene Arten miteinander kreuzt entstehen meistens sterile Hybriden. In diesem Fall Forsythia x intermedia. Das heißt, durch die Züchtung sind reich- und großblütige Hybriden entstanden, die aber steril sind. Die Vermehrung durch Samen ist bei Hybriden nicht geplant. Sie sind nur für den großen Auftritt während der Blütezeit gezüchtet. Die Blüten enthalten keinen Nektar und nur sehr geringe Mengen von Pollen.
Deshalb muss die Forsythie auch durch Stecklinge vermehrt werden, weil sie keine Samen bilden kann.

Ich habe in meinem Garten einen Kompromiss gefunden. Pro Forsythie pflanze ich eine Kornelkirsche oder besser zwei, oder einen anderen heimischen Strauch. Das mag einem wie das Salatblatt in einem Hamburger erscheinen, aber die eine oder andere knallgelbe Forsythie erfreut uns einfach nach einem langen und etwas farblosen Winter.
Jetzt müssten die werten Forsythienbesitzer nur noch den korrekten Strauchschnitt anwenden. Aber darüber reden wir in einem anderen Gartentipp.
Servus eure

Gitti

Gitti’s Gartentipp März 2019

Die Zaubernuss

In den letzten 30 Jahren meines Gärtnerlebens wusste ich spätestens am Namenstag des Heiligen Matthias, dem 24.Februar, ob die Winterpause noch etwas länger dauern oder ob man das Arbeitsgewand bald wieder brauchen würde. Mattheis brichts Eis, hat er keins macht er eins. Auf den „Hias“ war Verlass.

Aber die letzten etwa 5 Jahre wird er immer unzuverlässiger. In diesem Jahr wusste man ja nicht mal, macht er eins oder bricht er es. Tagsüber schon fast zweistellige Plusgrade und nachts das gleiche nur im Minusbereich.

Die oberirdische Natur geht jedenfalls schon in den Frühling über. Bei mir im Garten blüht die Zaubernuss ( Hamamellis x intermedia).

Die Hybride aus chinesischer und japanischer Zaubernuss gibt es in vielen Sorten mit schwefel- bis sonnengelben Kronblättern, die die unscheinbaren Blüten für frühe Fliegen und Schwebfliegen interessant machen. Sogar rötlich bis orange Blütenfarben kann man entdecken. Diese haben leider eine geringe Fernwirkung. Die Blüten ertragen Frost bis fast – 20 °C, deshalb können sie sich die frühe Blütezeit ab Januar(je nach Witterung) leisten. Die Kronblätter rollen sich bei starkem Frost nachts auf und entrollen sich tagsüber wieder.

Auch in den Vereinigten Staaten kommt die Zaubernuss vor. Hamamellis virginiana, enthält heilende Stoffe, die vor allem in der Kosmetik genutzt werden.

Zaubernüsse mögen es sonnig bis halbschattig und auch im Sommer nicht zu trocken, sonst setzten sie wenig Blüten an. Sie tragen im Sommer grünes Laub, dass der Haselnuss ähnelt und haben je nach Sorte im Herbst leuchtend rotes oder gelbes Laub.

Astschere oder Säge benötigt man kaum, weil sie wahnsinnig langsam wächst.

Und da mittlerweile der Boden unter der Zaubernuss auch aufgetaut ist, steht den gelben Blüten oben ein kleines lila Meer an Krokussen unten gegenüber.

Servus eure
Gitti

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Gitti’s Gartentipp Februar 2019

Schnitt oder Nichtschnitt, das ist hier die Frage.

Im Februar sind in der Regel die tiefen Frostperioden am Abklingen. Und die Gartler beginnen aus dem Winterschlaf zu erwachen. Und damit rückt der Obstbaumschnitt näher- oder nicht. In den letzten 20 Jahren sind viele Obstgärtner dazu übergegangen einen Sommerschnitt an ihren Bäumen durchzuführen.

Der richtige Zeitpunkt? Mitte – Ende Juni, wenn das Jahreswachstum abgeschlossen ist.

Der Grund? Nicht nur angenehmere Temperaturen, nein natürlich nicht. Man hat festgestellt, dass das Wachstum der Bäume durch einen Schnitt im Sommer beruhigt wird. Was versteht man darunter? Wer im Februar oder März seine Obstgehölze stark schneidet wird mit starkem Wachstum rechnen müssen auf Kosten der Fruchtbarkeit. Der Baum wird viele Wasserschosser bilden und wenig Kraft für die Blüten haben.

Ich stelle mir das immer so vor: Im Herbst zieht der Baum die Nährstoffe aus den Blättern und speichert sie in seinen Wurzeln. Hat unser Baum 500 Blätter, und wir schneiden so viele Äste ab, dass im Frühjahr der Platz für 100 Blätter fehlt, weiß der Baum nicht wohin mit der gespeicherten Energie für die 100 Blätter. Also schnell Äste bilden für die 100 Blätter. Die Folge , Wasserschosser. Schneiden wir aber im Sommer die Äste mit den 100 Blättern, wird diese Energie nicht im Herbst gespeichert. Der Baum neigt also im Frühjahr nicht zu übermäßigem Wachstum. Gleichzeitig kann man beim Sommerschnitt den zu dichten Fruchtbehang etwas ausdünnen.

Das ist natürlich eine sehr vereinfachte Darstellung, aber sie hat mir bei meinen Lehrlingen immer geholfen, um das Prinzip des Sommerschnitts zu erklären. Im Übrigen gilt auch beim Obstbaumschnitt „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Und die alten Hasen unter den Obstbaumschneidern werden sicher bei ihren bewährten Methoden bleiben. Wir ( in der Regel mein Mann ) haben mit dem Sommerschnitt gute Erfahrungen gemacht.

Servus eure
Gitti

PS:
Der Kreisverband bietet Sommer- und Winterkurse für Obstschnitt an. Termine finden Sie auf der Homepage unter Veranstaltungen/Termine.

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Gitti’s Gartentipp Januar 2019

Die Rubrik Gitti`s Gartentipps gerade im Januar zu beginnen, und noch dazu bei den diesjährigen Schnee- und Wetterverhältnissen, ist schon ein bisserl schwierig. Was gibt man dem Gartler für Tipps bei 20 – 30 cm Schnee?
Ist doch die Haupttätigkeit der Gärtner im Winter das Kanapee zu hüten und allenfalls Kataloge für Neuanschaffungen zu wälzen.
Aber gerade bei diesen Neuanschaffungen sollte man vielleicht einmal schaun, ob im Garten nicht ein Platzerl für einen ganz besonderen Strauch zu finden ist:

Der Duft- oder Winterschneeball = Viburnum x bodnatense

 

Der Duftschneeball ist ein Hybride, der in Großbritannien gezüchtet wurde. Ursprünglich kommt er aus Nordchina. Der Strauch ist auch bei uns gut frostverträglich, nur seine Blüten, die witterungsbedingt schon im November und Dezember erscheinen, können bei längeren tiefen Frostperioden erfrieren. Bei unseren momentanen Temperaturen, haben die kleinen, in schirmartigen Rispen zusammenstehenden, rosa oder weißen Blüten kein Problem. Die Hauptblüte findet dann an warmen Tagen den ganzen Januar bis März/April statt.

Früchte werden sehr selten ausgebildet. Laut Baumschulinfo soll der Duftschneeball Ausläufer machen. Das konnte ich in über 10 Jahren Standzeit bei mir im Garten nicht beobachten. Nach der Blüte muss man eventuell dürre Zweige entfernen, besonders nach trockenen Sommern. Auch der restliche Schnitt erfolgt nach der Blüte. Der etwa 2,50 m hoch werdende Strauch ist sehr schnittverträglich. Wer aber zu viel schneidet wird kaum Blüten bekommen.
Die Äste kann man gerne wie Barbarazweige in die Wohnung stellen, wenn man denn den äußerst intensiven Duft ertragen kann.

Welche Insekten genau den Duftschneeball besuchen, habe ich noch nicht beobachtet, aber es gibt sicher einige Nektargäste, die auch zu dieser ungewöhnlichen Blütezeit unterwegs sind.

Servus eure
Gitti

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