Juni 2026

Kopfweiden entstehen beim regelmäßigen Schneiden von bestimmten Weidenarten, früher meist, um Material für die Korbflechterei zu erhalten. Durch diese Schnittmaßnahmen entsteht eine kopfförmige Form, die innen oft hohl wird und so zahlreichen Lebewesen wie Vögeln, Fledermäusen oder Insekten einen Lebensraum bietet. Für meine Kopfweide besorgte ich mir ab Februar, März, einige etwa 4 cm dicke und 50 cm lange Äste. Diese stellte ich so lange in einen Eimer mit Wasser, bis sie Wurzeln trieben. Dann kann man sie an den vorgesehenen Platz pflanzen und in den ersten Jahren gut mit Wasser versorgen. Bei manchen Weiden wie zum Beispiel Korkenzieherweiden setzte ich die Ableger erst für ein Jahr in Töpfe, um einen kompakteren Wurzelstock zu erhalten und sie neben die Regenwassertonne zu stellen und so das Giesen nicht zu vergessen.

Ab Februar kann man die Weiden dann regelmäßig jedes Jahr köpfen und die Neuaustriebe entfernen. Um einen Hochstamm zu erreichen, muss man auch regelmäßig die Austriebe der schlafenden Augen am Stamm entfernen. Um unnötige Schneidearbeiten zu vermeiden, zupfe ich diese weichen Austriebe, bei meinem täglichen Gartenrundgang, mit den Fingern ab. Dadurch spare ich mir jede Menge Arbeit, denn das Abknipsen ist schnell gemacht und ab Ende Mai hört dieser Neuaustrieb auf.

Diese Methode kann man auch bei anderen Gelegenheiten anwenden. Bei einer Blutpflaume habe ich im letzten Jahr einen nach innen wachsendem Ast entfernt. Nun hat der Baum an dieser Stelle zwei kleine neue Zweiglein gebildet, die wieder nach innen wachsen würden. Schneide ich mit der Säge zu einem Zeitpunkt, wenn sie zum Ast geworden sind und  störend werden, erhalte ich eine große Wunde. Reiße ich die Zweiglein dagegen jetzt und reiße das Auge mit heraus, ist die Wunde klein und der Baum wird aufhören an dieser Stelle Zweiglein zu bilden.

Auf diese Weise gehe ich auch vor, wenn bei veredelten Pflanzen die Unterlage austreibt. Durch das Herausreißen, im besten Falle mit dem Auge, verhindert man einen Neuaustrieb. Beim Abschneiden dieser Wildtriebe wird meist ein Neuaustrieb provoziert. Gut zu sehen an Korkenzieherhaseln. Die lästigen geraden Triebe, die bei Nichtentfernen auch den gesamtem Korkenzieherstrauch zu überwuchern drohen. Die hätte man schon beim Einsetzen und in den ersten Jahren regelmäßig entfernen müssen, bevor die austreibende Unterlage verholzt, und dann im Winter der nette Landschaftsgärtner in den Strauch krabbelt und die geraden Äste mühsam absägt. Ihr wisst, was ich meine.

Ich mag diese Methode des Abknipsens in nichtverholztem Zustand sehr gerne, da ich dazu kein Werkzeug benötige, nur den Mut kräftig nach unten zu reißen. Und es geht so nebenbei, wenn ich im Garten unterwegs bin. Wenn der Austrieb jedoch unterhalb der Erde entsteht, ist es etwas schwieriger. Dann grabe ich zuerst unter die Basis des Wildtriebes, um dann genügend Platz für das nach unten Reißen zu haben. Leider meist bei Rosen der Fall.

Vielleicht entdeckt ihr im Landkreis einige der vor etwa 30 bis 50 Jahren gepflanzten Kopfweiden.    

Servus  

eure    Gitti 

Diesen Beitrag gibt es auch als PDF zum Download